| Description: |
Die
kleine Insel Zannone: Die kleine Insel Zannone mag auf den ersten Blick
vielleicht als weniger grandios erscheinen. Doch auch sie ist eine köstliche
Mischung, wenn die drei „Zutaten", nämlich Boot, Meer und Sonne zur
richtigen Zeit und unter den besten Voraussetzungen vermengt werden. Zunächst
das Boot: Es sollte ein solider, sicherer Fischerkahn im traditionellen Stil mit
niedrigem Bord sein, um das zweite Element des Rezepts, das Meer, besser
bewundern zu können. Das Meer sollte kaum vom ersten Windhauch des Mistrals
gekräuselt sein, der im Frühling und Sommer so oft über den pontinischen
Archipel weht. Das dritte Element ist die Sonne der ersten Nachmittagsstunden,
die dem Ockergelb und Braun der Felsen eine intensivere Tönung verleiht und die
mediterrane Macchia in ein sanftes Grün taucht. Unter diesen Bedingungen tritt
die ganze Schönheit der Insel Zannone zutage. Von der kleinen Insel Gavi im
extremen Norden von Ponza führt der Kurs direkt zum Varo, dem einzigen Landeort
auf Zannone bei ruhiger See. Hier von den kompakte Polster bildenden
Mastixbüschen aus beginnt unsere Reise in die Landschaft der Insel Zannone. Die
mediterrane Macchia mit Rosmarin, Eriken und Wolfsmilch begleitet uns entlang
den, vom Meer ausgewaschenen, vulkanischen Felsen von der südwestlichen Seite
bis hin zu den Grottelle. Nach dem Scoglio Monaco, einem von den Wellen
zernagten Tuffstein, in dem man nur kaum die Züge eines Mönchs zu erkennen
vermag, bis hin zur Punta Levante treten die geologischen Kostbarkeiten zutage:
Sehr alte metamorphe Felsen, die vielleicht vor etwa 300 Millionen Jahren
entstanden sind und sich nach Ursprung und Geschichte völlig von den anderen,
vulkanischen Gesteinen unterscheiden, die auf der Insel und dem gesamten
Archipel vorzufinden sind.
Von der
Punta del Lauro bis Capo Negro folgen einander andere interessante Merkmale: Die
üppige Vegetation mit Steineichen, Lorbeerbäumen, Eriken und Ginsterbüschen,
hohe Felsschichten aus dolomitischem Kalkstein, Cala Marina und die kleine „Ceca
dei Pesci" genannte Bucht, in welche die Fischer in der Vergangenheit
Schwärme von Fischen trieben, um sie dann mit ihren Netzen zu fangen. Von Capo
Negro bis hin zum Leuchtturm und weiter vorne entdecken wir andere
Sedimentärgesteine, grauen Kalkstein überlagert von Sandstein, dunklem Mergel
und wieder Vegetation.
An der
nördlichen Seite von Zannone finden wir noch Zeugnisse der antiken Vegetation
des Archipels, die an anderen Orten durch Jahrhunderte lange Rodung und in
jüngster Zeit durch Brände zerstört worden ist.
Die zum
Teil sehr alten Steineichen, die Erdbeerbäume, Oleaster und Kreuzdorngewächse
bilden ein dichtes, undurchdringliches Geflecht, ein hoch gewachsenes „dichtes
Unterholz" - wie die üppige, mediterrane Macchia bezeichnet wird -, das
unter dem sicheren Schutz des Naturparks Circeo vielleicht zu einem immergrünen
Wald werden soll. Die kurze Inselrundfahrt endet wieder beim Varo. Die Insel
Zannone verfügt über keine größeren Buchten, und wer bei nicht schönem
Wetter fährt, muss auf Ponza im Hafen oder in einer geschützten Bucht landen.
|